Kosten

Betriebliche Krankenversicherung Kosten: Was zahlen Arbeitgeber wirklich?

Wer ernsthaft über eine betriebliche Krankenversicherung (bKV) nachdenkt, will keine Antwort wie „das kommt drauf an“. In diesen Fall will man wissen, was eine bKV konkret kostet – pro Mitarbeitendem, pro Monat. Genau das beantwortet dieser Artikel.

Vorab die kurze Version: Eine bKV kostet Arbeitgeber typischerweise zwischen 15 und 60 Euro pro Mitarbeitendem und Monat. Was innerhalb dieser Spanne zutrifft, hängt von einigen gut erklärlichen Faktoren ab und davon, welches Modell zu Ihrer Belegschaft passt.

Wenn Sie vorab mehr zur bKV im Allgemeinen erfahren möchten – welche Vorteile sie mit sich bringt, warum sie stärker wirkt als eine Gehaltserhöhung und wie man mit ihr das Recruiting-Game gewinnt – haben wir dazu einen passenden Artikel zum Einstieg. Sie sind bereits im Bilde? Dann legen wir los:

Das Wichtigste in Kürze

Was kostet eine betriebliche Krankenversicherung pro Mitarbeiter?

Die Kosten einer bKV richten sich in erster Linie nach dem gewählten Tarifmodell und dem vereinbarten Leistungsumfang. Grob lassen sich drei Preisebenen unterscheiden:

 

1

Einstiegstarife – ab ca. 15 Euro pro Monat

Das Budgetmodell gibt jeder versicherten Person einen frei vereinbarten Jahresbetrag, den sie für Gesundheitsleistungen einsetzen kann – die genaue Höhe wird individuell festgelegt und kann je nach Unternehmen und Budget variieren. Zahnreinigung, Sehhilfen, Heilpraktiker, Vorsorgeuntersuchungen: Der Mitarbeitende entscheidet selbst. Dieses Modell ist besonders einfach zu kommunizieren und wird von Belegschaften erfahrungsgemäß am schnellsten angenommen, weil der persönliche Nutzen sofort greifbar ist.

2

Mittlere Tarife – ca. 30 bis 45 Euro pro Monat

Budgets von 600 bis 900 Euro jährlich oder Bausteinmodelle mit definierten Leistungsbereichen wie Zahnersatz oder ambulante Zusatzleistungen. Das sind die am häufigsten gewählten Modelle in der Praxis – sie treffen den Sweet Spot zwischen Investition und wahrgenommenem Mehrwert.

3

Premium-Tarife – ab ca. 50 Euro pro Monat

Kombination aus flexiblem Gesundheitsbudget und hochwertigen Leistungsbausteinen: Chefarztbehandlung, Einbettzimmer im Krankenhaus, Krankentagegeld. Für Unternehmen, die einen starken Differenzierungsvorteil im Recruiting anstreben oder Führungskräfte besonders absichern wollen.

Die meisten Unternehmen starten mit einem mittleren Tarif und passen das Modell nach ein bis zwei Jahren Praxiserfahrung an. Welcher Einstieg für Ihre konkrete Situation sinnvoll ist, lässt sich in einer ersten Beratung schnell eingrenzen.

Die meisten Unternehmen starten mit einem mittleren Tarif und passen das Modell nach ein bis zwei Jahren Praxiserfahrung an. Welcher Einstieg für Ihre konkrete Situation sinnvoll ist, lässt sich in einer ersten Beratung schnell eingrenzen.

Was beeinflusst die Kosten einer bKV?

Nicht jedes Unternehmen zahlt dasselbe und das hat nachvollziehbare Gründe:

Budgethöhe und Leistungsumfang

sind der wichtigste Kostentreiber. Je mehr Gesundheitsbudget pro Person oder je umfangreicher die abgesicherten Leistungsbereiche, desto höher der Beitrag.

Das Tarifmodell

spielt ebenfalls eine Rolle. Reine Budgettarife sind in der Regel günstiger kalkuliert als Bausteinmodelle mit definierten Erstattungssätzen, weil das Risiko für die Versicherung besser planbar ist.

Die Mitarbeiterzahl

beeinflusst die Konditionen erheblich. Ab einer bestimmten Gruppengröße – in der Regel ab zehn bis fünfzehn Personen – verbessern sich die Tarife spürbar. Größere Gruppen verhandeln bessere Konditionen und profitieren häufig vom vollständigen Verzicht auf Gesundheitsprüfungen.

Das Eintrittsalter

kann bei manchen Tarifmodellen eine Rolle spielen. Jüngere Belegschaften sind in der Regel günstiger zu versichern als ältere. Bei reinen Budgettarifen spielt das Alter häufig keine Rolle, was sie für Unternehmen mit gemischten Altersstrukturen besonders attraktiv macht.

 

Bestehende Sachbezüge

verändern zwar nicht den Versicherungsbeitrag selbst, aber den steuerlichen Spielraum. Wer die 50-Euro-Freigrenze bereits teilweise oder vollständig ausschöpft, muss die Kombination sorgfältig planen.

Kontakt

Unsere Experten beraten Sie unverbindlich und finden die optimale bKV-Lösung für Ihr Unternehmen.

Ist die bKV für Arbeitgeber steuerlich absetzbar?

Ein kurzes, klares: Ja. Das ist einer der Gründe, warum die bKV gegenüber einer reinen Gehaltserhöhung oft die klügere Wahl ist.

Die bKV-Beiträge sind als Betriebsausgaben vollständig absetzbar. Das mindert den zu versteuernden Gewinn des Unternehmens. Gleichzeitig gibt es für die Mitarbeitenden eine entscheidende Besonderheit: Zahlt der Arbeitgeber den Beitrag als Sachbezug direkt an die Versicherungsgesellschaft und bleibt der monatliche Gesamtbetrag aller Sachbezüge unter 50 Euro, ist dieser Vorteil steuer- und sozialversicherungsfrei – für beide Seiten.

Was das in der Praxis bedeutet: Ein bKV-Beitrag von 40 Euro monatlich kommt beim Mitarbeitenden mit vollem Wert an. Eine vergleichbare Bruttolohnerhöhung würde nach Steuern und Abgaben oft weniger als die Hälfte davon übrig lassen.

Überschreitet der Beitrag die 50-Euro-Grenze oder sind andere Sachbezüge bereits vergeben, gibt es Alternativen wie etwa die Pauschalversteuerung nach § 37b EStG. Die Details dazu hängen von der individuellen Situation des Unternehmens ab und lohnen eine kurze steuerliche Prüfung im Rahmen der Beratung.

Was bekomme ich als Arbeitgeber fürs Geld?

Die Kostenfrage lässt sich nicht ohne die Gegenseite beantworten. Was bringt die bKV konkret, und ab wann amortisiert sie sich?

Niedrigere Krankheitskosten

Ein Krankheitstag kostet Unternehmen im Schnitt rund 450 Euro – direkte Ausfallkosten, Mehrbelastung des Teams, entgangene Produktivität. Mitarbeitende mit bKV erhalten schnelleren Zugang zu Fachärzten, was Fehlzeiten messbar verkürzt. Eine Untersuchung der Felix Burda Stiftung zeigt: Unternehmen, die gezielt in betriebliche Gesundheitsvorsorge investieren, können ihre krankheitsbedingten Kosten um bis zu 30 % senken. Die bKV rechnet sich also bereits dann, wenn sie pro Mitarbeitendem jährlich einen einzigen Krankheitstag verhindert.

Geringere Fluktuation durch höhere Arbeitgeberattraktivität

Was ein Abgang kostet – Recruiting, Einarbeitung, Wissensverlust – übersteigt den Jahresbeitrag einer bKV schnell um ein Vielfaches. Die bKV wirkt hier als Anker: Sie ist ein fortlaufender Vorteil, den Mitarbeitende beim Wechsel ihres Arbeitsplatzes verlieren würden. Bei unserem Kunden Hörsysteme Jörg Rempe GmbH sank die Fluktuation nach der bKV-Einführung um 33 %.

Stärkeres Recruiting

Wer eine betriebliche Krankenversicherung in der Stellenanzeige nennt, signalisiert sofort: Hier wird wirklich an die Menschen und ihre Gesundheit gedacht. Das zieht Bewerbende an, die langfristig bleiben wollen.

Mitarbeiterzufriedenheit, die man sieht

Eine Zahnreinigung, eine neue Brille, eine Behandlung beim Facharzt ohne Wartezeit – das sind keine abstrakten Benefits. Sie wirken im Alltag und werden täglich wahrgenommen. Der durchschnittliche Nutzungsgrad der bKV bei unseren Kunden liegt bei 67 % – ein Wert, den die meisten anderen Benefits nicht erreichen.

Mehr zum Thema, wie Sie Mitarbeitende mit der bKV langfristig binden, lesen Sie in unserem passenden Artikel

Unsicher, welches Modell passt?

Wir schauen uns Ihre Belegschaft, Ihr Budget und Ihre Ziele an und empfehlen, was wirklich passt. Ohne Verpflichtung.

Für wen lohnt sich welches Modell?

Eine pauschale Empfehlung wäre unseriös. Aber es gibt Muster, die sich in der Beratungspraxis bewährt haben:

Budgettarife

eignen sich besonders für Unternehmen, die die bKV schnell und unkompliziert einführen wollen. Die Kommunikation ist einfach, die Belegschaft versteht den Nutzen sofort, der Verwaltungsaufwand ist gering. Gut geeignet als Einstieg.

Bausteinmodelle

passen besser zu Unternehmen, bei denen bestimmte Leistungsbereiche – etwa Zahnersatz – besonders wichtig für die Arbeitnehmer sind. Die Absicherung ist in diesen Bereichen höher, die Kommunikation etwas komplexer.

Kombimodelle

bieten die breiteste Abdeckung, erfordern aber eine sorgfältigere Konzeption. Sie lohnen sich, wenn das Unternehmen die bKV als starkes Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Fachkräfte einsetzen will.

Welches Modell in Ihrem konkreten Fall die größte Hebelwirkung hat, lässt sich erst nach einer Analyse der Belegschaftsstruktur, der bestehenden Benefits und des verfügbaren Budgets sagen.

Häufige Fragen zu den Kosten der betrieblichen Krankenversicherung

Die Spanne reicht von rund 15 Euro für einfache Budgettarife bis zu 60 Euro oder mehr für umfangreiche Kombimodelle. Die meisten Unternehmen in der Praxis zahlen zwischen 30 und 45 Euro pro Person und Monat.

Ja, wenn der monatliche Beitrag zusammen mit anderen Sachbezügen unter 50 Euro bleibt, ist er steuer- und sozialversicherungsfrei. Die Beiträge sind zudem als Betriebsausgaben vollständig absetzbar.

Nein, der Arbeitgeber entscheidet, ob die gesamte Belegschaft oder nur bestimmte Gruppen einbezogen werden. Grundlage ist der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz – er verbietet willkürliche Differenzierungen, erlaubt aber sachlich begründete Unterschiede nach Kriterien wie Hierarchieebene, Betriebszugehörigkeit oder Beschäftigungsart. Geregelt ist das nicht in einem einzelnen Paragraphen, sondern ergibt sich aus dem allgemeinen Arbeitsrecht, insbesondere aus § 75 BetrVG sowie der arbeitsgerichtlichen Rechtsprechung. Eine kurze rechtliche Prüfung im Rahmen der Beratung stellt sicher, dass Ihre Gruppenbildung standhält.

Ja, bei Gruppenverträgen entfällt in der Regel die individuelle Gesundheitsprüfung. Alle Mitarbeitenden werden ohne Einschränkungen aufgenommen, unabhängig von Vorerkrankungen oder Alter.

Die Versicherung kann in vielen Fällen privat weitergeführt werden – ohne erneute Gesundheitsprüfung. Für Mitarbeitende mit Vorerkrankungen ist das ein erheblicher Vorteil, der die bKV als Benefit noch attraktiver macht.

Viele Anbieter starten bereits ab fünf Mitarbeitenden. Bessere Konditionen und der vollständige Verzicht auf Gesundheitsprüfungen sind oft ab zehn bis fünfzehn Personen möglich. Auch für kleinere Teams gibt es aber sinnvolle Lösungen.

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Philipp Schöttle​

Ihr Spezialist für bKV

Als Gründer von Axcura unterstützt Philipp Schöttle Unternehmen dabei, die betriebliche Krankenversicherung als starken Mehrwert für Arbeitgeber und Mitarbeitende rechtssicher und unkompliziert umzusetzen.

Und was kostet eine unverbindliche bKV-Beratung?

Nichts. Philipp Schöttle und sein Team analysieren Ihren konkreten Bedarf, vergleichen den Markt unabhängig und zeigen Ihnen, welches Modell für Ihre Belegschaft und Ihr Budget die größte Wirkung erzielt – ohne Standardlösung, ohne Verpflichtung.

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Von der steuerlichen Förderung bis zur hochwertigen Versorgung ohne Gesundheitsprüfung: Entdecken Sie, warum sich eine bKV für beide Seiten rechnet.

Mitarbeiterbindung

Warum ein gutes Gehalt allein heute nicht mehr reicht und wie Sie mit zielgerichteten Maßnahmen Ihre besten Köpfe langfristig im Unternehmen halten.

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